Vom gespiegelten Speichel, oder: Wie das Unappetitliche noch gesteigert wird

Zitat: Die Massnahme hat den Publizisten Henryk M. Broder prompt an die Geschichtsschreibung «sowjetischer Zensoren» erinnert, wie er in der Zeitung «Die Welt» schrieb.

So stand es in der NZZ, und dorthin wiederum verwies OrtnerOnline mittels: „Der Bestseller, der keiner sein darf“, ergänzt um den Textauszug: „Noch unappetitlicher ist es, das Buch einfach aus der Liste zu streichen“.

«Der Speichel», inzwischen auch «Zerrspiegel» genannt und früher im Umlauf als das Hamburger Wochenmagazin «Der Spiegel», kickt also Rolf Peter Sieferles «Finis Germania» von der hauseigenen Spiegel-Bestellerliste, und jeder, dessen Verstand noch nicht von linker Propaganda angekränkelt ist, urteilt darüber sinngemäß so, wie der eingangs zitierte Broder. Viele Leute tun das öffentlich, wobei ausgerechnet auf OrtnerOnline, dem Blog gewordenen Herold der Redefreiheit, hinter den Kulissen exakt dasselbe stattfindet.

Lieber Herr Ortner, der letzte Absatz des NZZ-Artikels ist speziell Ihnen gewidmet, schreiben Sie ihn sich hinter in Ihr persönliches Zentralorgan: „Warum nur halten es manche so schwer aus, dass ihre eigenen Gedankengebäude und ihre offenbar für unangreifbar gehaltenen Überzeugungen angezweifelt werden? Warum streitet man nicht, warum diskutiert man nicht, warum macht man sich nicht daran, das Verachtete zu widerlegen, anstatt vom hohen Ross aus Geringschätzung zu zeigen? Es zu negieren und voreilig aus dem demokratischen Diskursfeld zu entfernen, ist ein Armutszeugnis.“

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