Flächendeckende Fehlinformation, oder: Was sind ‚Right-Wing Libertarians‘

Eine Posterin bei OrtnerOnline führte hier aus:

Der naive Zeitgenosse gewinnt den Eindruck, daß es nicht nur unvollendete Revolutionen, sondern auch – noch? – nicht so ganz geglückte Kapitalismen gäbe („Misinforming the Majority: A Deliberate Strategy of Right-Wing Libertarians“)
(Herr Ortner ist gewiß so liberal&charmant dies nicht zu löschen)

(Daß Ortner in seinem Forum zum Radiergummi greift, wenn es an’s Eingemachte geht, dürfte sich inzwischen also schon rumgesprochen haben. Das aber nur am Rande.)

Zum Thema selbst und als Replik auf die oben aufgeworfene Frage, wie sehr finanzstarke Kapitalisten die Gesellschaft manipulieren, festgemacht exemplarisch von Nancy MacLean’s Kritik an den Koch-Brüdern in den USA:

Worin MacLean mit ihrem Buch ‚Democracy in Chains‘ daneben lag, haben Thomas DiLorenzo oder auch David Gordon en détail schon ausgeführt [1][2]. Der mit diesen Berichtigungen jedoch m.M.n. nur unzulänglich herausgearbeitete übergeordnete Aspekt liegt darin, James Buchanan als Vertreter der extremen Rechten zu verorten. Er, Milton Friedman und generell die Chicaco school of economics bilden mit einem mehr oder minder positivistischen Zugang den linken Flügel der Liberalen und stehen damit in Opposition zu den extremen Rechten, den Libertären wie etwa der explizit genannte Lew Rockwell.

MacLean bezeichnet zutreffend die Koch Brüder als Unterstützer des von Rockwell geleiteten Mises Institute in Alabama. Rockwell wiederum, und das ist der alles entscheidende Twist, kommt zu identen Schlussfolgerungen wie MacLean, er kritisiert wie sie die gleichen falschen Entwicklungen und macht dafür dieselben Irrtümer rund um Kapitalismus und Demokratie verantwortlich. Sollten die finanzstarken Koch Brüder daher tatsächlich zu den bösen Kapitalisten im Sinne MacLean’s gehören, dann allenfalls deshalb, weil deren Geldmittel auch jenen zufließen, die derzeit bei den Republikanern einen für Libertäre erkennbar linken Liberalismus vertreten.

P.S. vom 18.07.2017: Es wäre nicht Christian Ortner, hätte er auch diesmal nicht nur nachträglich obige und in seinem Forum bereits erschienene Replik entfernt, sondern obendrein auch die Antwort der Posterin darauf. Zensur, aufgedoppelt ums Beseitigen aller Spuren, es hätte jemals gelöschten Content gegeben. Respekt vor soviel stalinistisch anmutender Gründlichkeit.

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