Wie man sich einen Globus schnitzt

‚Je globalisierter, desto besser‘, meldet das neokonservative Zentralorgan, und wer dabei Bilder milliardenfach untereinander Handel treibender Erdenbürger vor Augen hat, wider deren freiwillige Entscheidungen im Juni 2017 beim G20-Gipfel in Hamburg eine Horde Chaoten demonstrierend eine Schneise der Verwüstung zog, der mag dabei nur zu rasch der falschen Fährte auf den Leim gehen.  Warum?

Die Debatte leidet an einer unzulässigen Gleichsetzung von Globalisierung mit Globalismus.

Versteht man unter dem einen die unabdingbar zunehmende Vernetzung aller Erdenbürger, sei es durch Kommunikation, Reisemöglichkeit oder Handelswege, sprich den Vorgang ansich plus die Konsequenzen dieses zunehmend intensiverten wechselseitigen Austauschs im Allgemeinen, ist Globalismus die Art und Weise, wie diese weltweite Verdrahtung zum Vorteil einiger weniger Teilnehmer gestaltet wird.

Es ist vollkommen absurd, vom Kapitalismus zu reden, wenn zeitgleich Zentralbanken weltweit die Preise fürs Geld diktieren, es ist lachhaft, über Freihandel zu sprechen, wenn Abkommen festlegen, was unter welchen Umständen wie über Landesgrenzen kommen darf und was nicht. Verquer ist der Gedanke an Wettbewerb, wenn suprastaatliche Gebilde sich in technischen und verfahrensbezogenen Normierungen üben und parallel über steuerliche und sonstige Umverteilung von Kapital anmaßen mitzubestimmen, wer ökonomischen Erfolg haben darf und wer nicht.

BIZ (=Kartell aller Zentralbanken), Weltbank und IWF sind Ausgeburten des Globalismus, dasselbe gilt für das Konstrukt ‚Europäische Union‘ und was sonst noch Leitartikler nicht müde werden, den Lesern als Einrichtungen der Eliten anzupreisen, Institutionen, denen es zu vertrauen gelte zur Gestaltung der ‚Globalisierung‘.

Reichtum und Wohlstand wurden daher leider nicht vom wirklichen Kapitalismus geschaffen, sondern entstanden, weil dessen vorherrschende perverse Zerrform in Gestalt von Korporatismus und Crony-Capitalism den beachtlichen Zuwachs nicht unterbinden konnte! Wenn Leute, die es eigentlich besser wissen müßten, anderen einreden wollen, Unzufriedene an den herrschen Zuständen würden gegen den echten Kapitalismus demonstrieren, dann läuft einiges schief.

Idioten bellen aus Gründen, über die allein sich Bücher schreiben ließen, den falschen Baum an, andere behaupten wortreich wider alle Fakten, es wäre schon der richtige. In dieser ausgeklügelten Falschheit wirken beide Seiten verdammt symbiotisch zueinander.

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